Faszination Motorradsport

Warum tut man so was.
Ich erzähle hier als Mutter, Frau und Teamchefin.

Vor ca. 25 Jahren lernte ich meinen Mann Peter kennen, der zu dieser Zeit bereits aktiv Motorradrennen Straßensport (OMK, heute deutsche Meisterschaft) fuhr. Bis dahin hatte ich keine Ahnung von dem was mich erwartet. Peter hatte sich damals schon seine Honda CB 500 Four selbst für die Rennstrecke präpariert. Nach dem 1. Rennen war ich begeistert . Meistens hat natürlich nichts auf Anhieb geklappt, aber der Zusammenhalt unter den Fahrern war genial. Alle für Einen, Einer für alle. Egal was fehlte. Wenn möglich, wurde geholfen. Der Wettkampf fand nur auf der Rennstrecke statt. Abends stieg damals schon immer eine fette Fete, mit vielen Gesprächen rund ums Benzin. Sofort fühlte ich mich in dieser eigenen Welt wohl.

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Faszination Motorradsport

Als dann zwei Jahre später unser Sohn Stefan am 02.01.83 geboren wurde haben wir überhaupt keinen Gedanken daran verschwendet, mit diesem tollen (auch manchmal gefährlichen) Hobby aufzuhören. Bis dahin nur mit Zelt und Anhänger unterwegs kauften wir kurzerhand einen VW-Bus und statteten ihn notdürftig als Wohnmobil aus. Die Rennerei ging weiter. Stefan ist praktisch seit seinem 1. Lebensjahr mit der Rennstrecke vertraut.

Als Stefan ca 9 Jahre alt war, wollte er unbedingt ein Fahrerlager-Bike. Genaue Vorstellungen hatte er nicht. Zu dem Zeitpunkt konnten wir für 200 DM eine alte Dax erwerben, womit er dann herum fahren konnte. Bei einem Training in Frankreich lernten wir ein paar interessante Leute von Moto-Aktiv, die Stefan mit seiner Dax im Fahrerlager beobachtet haben, kennen. Die machten uns darauf aufmerksam, daß es eine Rennserie für Kids mit Mopeds, Mofas, und dergleichen auf Kartbahnen in Ihrem Verein gibt. Natürlich sind wir darauf angesprungen und reisten kurze Zeit später mit unserem Junior zu seinem ersten Rennen nach Bad Kreuznach an. O jeh, warum nur. Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, aber Stefan blieb ganz locker. Nachdem er einmal die Orientierung zwischen den ganzen Reifenstapeln verloren hatte, fuhr er das Rennen super nach Hause. Der neue Rennfahrer war geboren.

Peter widmete sich seit dem immer mehr der Karriere seines Sohnes. Mit 15 Jahren absolvierte Stefan in Valdevienne auf einer 1000 Boldor bei Hagel und Schnee seine Rennfahrerschule.

Ich persönlich habe zwar jede Menge Angst, wenns los geht, aber ich kann nur sagen daß mir diese Zeit in ewiger guter Erinnerung bleiben wird. Die Kontakte, Freundschaften , Feten usw. über alle Jahre hinaus sind einfach wunderbar. Für ein 24 Stunden Rennen in Spa könnte mir ein Urlaub in der Karibik angeboten werden. Ich würde ablehnen.

Tina Merkens

 
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