Das Reglement der Langstrecken-WM

Allgemeines:

Die Rennen zur Endurance-Weltmeisterschaft werden auf acht Rennstrecken rund um die Welt in drei Klassen und vier unterschiedlich langen Rennen ausgetragen: 6, 8 und 24 Stunden sowie 200 Meilen. Pro Team werden drei Fahrer genannt, nach maximal 55 Minuten Fahrzeit muss ein Fahrerwechsel vorgenommen werden.

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Typischer Le Mans Start - Spa "24 Heures de Liege"

Beim Fahrerwechsel an der Box wird nachgetankt, die Reifen werden nachgesehen und bei jedem zweiten oder dritten Boxenstopp gewechselt, Öl wird nachgefüllt. Wenn ein Fahrer stürzt, oder die Maschine einen Defekt erleidet, dann muß er sein Motorrad mit eigener Kraft zurück zu den Boxen bringen. Das kann er entweder per Motorkraft, wenn der Motor nicht mehr läuft dann muß er schieben. Abschleppen führt zum Wertungsausschluß.

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Die Regeln sagen: bei Sturz oder Defekt ist zu schieben! Erst in der Boxengasse darf geholfen werden.

Bei einer Reparatur an der Box darf alles gewechselt werden, bis auf das Motorgehäuse und den Hauptrahmen. Und weil bei einem Langstreckenrennen Stürze an der Tages- und Nachtordnung sind, haben die Teams entsprechend viele Ersatzteile dabei: Einige Verkleidungen, Gabeln, Räder, Schwingen, Federbeine, Lenker und Armaturen und natürlich alle Motorenteile und komplette Elektrikanlagen.

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Kaputt: Der Verschleiß bei einem 24 Stunden-Rennen ist hoch.

Ein Team, das im Endurance Racing erfolgreich sein möchte, benötigt also nicht nur gute Fahrer, sondern auch hervoragende Mechaniker. Zuverlässigkeit und wartungsfreundlichkeit des Motorrad spielen ebenso eine entscheidende Rolle.

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Superbikes, Stocksport und SuperProduktion heißen die Klassen, in denen um Plätze und Punkte für die Endurance-WM gefahren wird. Innerhalb einer jeden Klasse gibt es eine Einzelwertung. Die Maschinen aller Klassen müssen eine funktionierende Lichtanlage haben, Blinker müssen entfernt sein, der Auspuff darf gegen einen Racing-Auspuff getauscht werden.

Superbikes:

Maximal 750 ccm für vier Zylinder
Maximal 1000 ccm für zwei Zylinder

Hier darf getunt werden bis der Doctor kommt. Der Serienbasis entsprechen müssen die Rahmen, der Motor in Bohrung und Hub, die Art der Ventilsteuerung und der Gasversorgung (Vergaser oder Einspritzung). Verstärkungen am Rahmen sowie Motorgehäuse dürfen angebracht werden, ebenso Schnellwechsel-Einrichtungen für die Räder. Diese sind meist sehr leichte Nachrüst-Räder und andere Bremsanlagen sind ebenfalls üblich.

Stocksport:

Maximal 1000 ccm für die Drei- und Vierzylinder
Maximal 1200 ccm für Zweizylinder

In dieser Klasse sind die Tuningmaßnahmen sehr eng gesteckt, es dürfen keine anderen Nockenwellen oder Kolben mit höherer Verdichtung eingebaut werden. Als kleine Tuningmaßnahme sind dünnere Dichtungen zwischen Zylinder und Kopf erlaubt, andere Luftfilter, entsprechende Vergaserdüsen oder E-Proms bei Einspritzungen, sowie Änderung der Übersetzung des Endantriebs.

Natürlich können ein Lenkungsdämpfer angebracht werden und der hintere Stoßdämpfer von einem anderen Hersteller sein, wie auch die Innereien der Telegabel. Erlaubt sind weiterhin andere Bremsbeläge sowie ein Tankeinfüllstutzen passend zur Schnelltank-Anlage.

SuperProduktion:

Maximal 1000 ccm für Drei- und Vierzylinder
Maximal 1200 ccm für Zweizylinder

Die Klasse, in der das Hummel & DLH Racing Team antritt.

Auf den ersten Blick sieht das Reglement aus wie bei der Stocksport. Aber im Gegensatz zu dieser wird hier die Brücke geschlagen zwischen Superbikes und Stocksport, wobei in der SuperProduktion kein Motortuning erlaubt ist. Dafür kann das Fahrwerk modifiziert werden: Schnellwechsel-Einrichtungen für die Räder und Bremsen sowie leichtere Nachrüst-Verkleidungen mit Schnellverschlüssen.

Prototypen:

Diese Klasse erlaubt alles, was zwei Räder hat, ohne jede Einschränkung. Allerdings erhalten Prototypen keine WM-Punkte.

Die Basis ist erklärt, folgende Zusatz-Modifikationen sind erlaubt: Schleifschutz-Verstärkungen werden angebracht an Rahmen, Moto, Gabel und Hinterradschwinge. Die Sturz-Pads sind aus hochfestem Nylon oder Kohlefaser und schützen die Motor-Seitendeckel und -Gehäuseteile rechts und links, wo meist Lichtmaschine, Zündung, Kupplung und Schaltwerk darunter liegen. Ferner müssen alle wichtigen Schraubverbindungen mit Draht gesichert sein.

Siehe auch "Races, Rules and Classes" auf www.worldendurance.com (engl.)
 
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