Stefan Merkens unterstützt Polizei-Team erfolgreich in der Weltmeisterschaft

Vom 11.08. - 14.08.2005 fand erneut das 24-Std.-Rennen zur Motorradlangstrecken-WM im Rahmen der German Speedweek in der Motorsportarena Oschersleben statt. Mit von der Partie war auch in diesem Jahr wieder das offizielle Motorrad-Team der Polizei NRW. Neben Dirk Druve und Eric van Loock ging auch Stefan Merkens vom Team ‚Hummel & DLH-Racing' an den Start. Da das Hummel & DLH-Team trotz alle Mühen keinen passenden 3. Fahrer fand sprang der langstreckenerfahrene Mann aus Düren als Ersatzfahrer für den derzeit verletzten Wolfgang Stamm ein, der sich beim Lauf zur Langstrecken-WM in Albacete (Spanien) eine Knieverletzung zugezogen hatte ein. Trotz des schlechten Wetters, hatte das Polizei-Team beim Pit-Walk regen Betrieb.

Oschersleben 2005

Stefan fand sich auf der 1000er Polizei-Suzuki auch gleich sehr gut zurecht und setzte die Maschine im Zeittraining auf Platz 23 von den insgesamt 47 startenden Teams.
Pole-Position sicherte sich das französische ‚Castrol-Suzuki-Team', das bislang auch die Tabellenführung für sich entscheiden konnte. Die Vorbereitungen liefen, mit Ausnahme eines kleinen Ausrutschers von Dirk Druve im Zeittraining, wobei er sich den kleinen Finger der Kupplungshand brach, planmäßig. Die insgesamt 17-Mann starke Mannschaft wurde wie gewohnt aus den Reihen von ‚Hai-Sider-Racing' sowie vom Team ‚Hummel & DLH' bestückt.

Der Startschuss fiel pünktlich am Samstag um 15:00 Uhr - 24 Stunden standen bevor. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr bedeutete das: 3600 km im Renntempo bei Tageslicht und in der Nacht. 1200 km für jeden Fahrer, vergleichbar mit einer Strecke von Düren bis in den Süden Frankreichs, alles über enge und kurvige Landstrassen bei ständig maximaler Beschleunigung und maximaler Bremsverzögerung. Wer hier keine Ausdauer und die nötige Kraft mitbringt, verliert schnell die Konzentration und muss aufgeben. "Aber gerade hier liegen unsere Stärken', beschreibt Stefan Merkens. ‚Wir verfügen alle über eine sehr hohe körperliche Fitness, die es uns erlaubt, auch nach 18 oder 20 Stunden immer noch konstante Rundenzeiten zu fahren."

Oschersleben 2005

Eric van Loock, der wie immer als erster Fahrer in ein Langstreckenrennen geht, wird beim Start zwischen anderen Fahrern eingeklemmt und muss sich mit den Ellenbogen erst mal die Bahn frei räumen, bevor er Ende Start/Ziel das erste Mal anbremsen kann.

Doch die ersten Stunden des Rennens sollen chaotisch werden:

Zwei Mal geht die Maschine aufgrund eines elektronischen
Defekts auf der Strecke aus und muss zurück an die Box geschoben werden. Dann versagt die Benzinpumpe und der Tank muss gewechselt werden. Nur wenig später die nächste Überraschung: Dirk Druve muss mit einer schiefen Bremsscheibe an die Box zum Radwechsel. Stefan Merkens legt einen unplanmäßigen Stopp ein, nachdem die Verkleidung gebrochen war und in Kurven über den Boden schliff. Van Loock gibt Signal an die Box, dass das Cockpit abgebrochen ist und durch die Vibrationen die Gefahr von Kabelbrüchen besteht - der nächste Stopp.

Bis Mitternacht stehen damit insgesamt sieben unplanmäßige Boxenstopps auf der Liste - ein Verlust unzähliger Runden. Doch dann scheint alles zu halten und die Suzuki dreht Runde für Runde ins Morgengrauen hinein. Die in der Nacht verlorenen Plätze können mühsam wieder aufgeholt werden. Nach mehr als 30 Boxenstopps, sieben Reifenwechsel und einsetzendem Regen ca. vier Stunden vor Rennende, fährt van Loock als 15. über die Ziellinie - WM-Punkte, ja! Ein Ergebnis, womit am Anfang des Rennes keiner gerechnet hat. Aber damit nicht genug: Die Polizei NRW wird Dritter in ihrer Klasse ‚Superproduction'!

Mit seiner schnellsten Runde von 01:35:70 in den Morgenstunden sicherte Stefan Merkens dem Polizei-Team eine Bestzeit unter den Topteams. Gewinnen konnte das ‚Castrol-Suzuki-Team' auf der 1000er GSX-R und sicherte sich damit bereits vorzeitig den WM-Titel. Das Ergebnis beim 24-Stunden-Rennen in Oschersleben motiviert das Team für die noch folgenden Rennen und die Saison 2006.

 
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